Viele Landkreise in Deutschland können laut einer Umfrage Maßnahmen zum Schutz vor Extremwetter nicht oder nur teilweise finanzieren. Auch Wassermangel ist ein Problem.

Eine Mehrheit der Landkreise in Deutschland sieht Probleme bei der Finanzierung von Maßnahmen, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Das geht aus einer Befragung hervor, die NDR, BR, WDR und Correctiv unter Landkreisen und kreisfreien Städten durchgeführt haben. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dortmund, dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung durchgeführt.

Insgesamt 329 Verwaltungen, also rund 82 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands, haben an der Umfrage teilgenommen. Die Hälfte davon gibt an, dass die erforderlichen Maßnahmen in den kommenden Jahren vermutlich nicht finanziert werden können. Ein weiteres Drittel geht davon aus, dass die Finanzierung nur für einen Teil der Maßnahmen reichen wird.

Nur jede vierte Gemeinde hat Konzept – Kommunen fordern mehr Ressourcen

Etwa die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte befürchtet zudem, künftig häufiger Wassermangel zu erleben. “Wir wissen, dass sich in vielen Regionen die Grundwasservorräte gegenwärtig nicht hinreichend erneuern, weil Niederschlag fehlt”, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Das Umfrageergebnis überrasche sie daher nicht. “Deshalb ist es gut, dass wir mit der Nationalen Wasserstrategie einen Beitrag dafür leisten, Vorsorge zu tragen”, sagte die Grünen-Politikerin. “Wir müssen sensibler mit Wasser umgehen und das richtet sich in erster Linie an die großen Verbraucher, also die Industrie.”

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Der Deutsche Städtetag unterstützt das Vorhaben der Umweltministerin, verwies aber auch auf die Notwendigkeit erheblicher Investitionen. “Bund und Länder schätzen den Finanzbedarf für Klimaanpassungsmaßnahmen in Ländern und Kommunen bis 2030 auf insgesamt 55 Milliarden Euro und den Personalbedarf für die Umsetzung auf 16.200 Stellen”, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der dpa. “Mit den bestehenden Förderprogrammen ist es unmöglich, diese nötigen Maßnahmen flächendeckend umzusetzen. Bund und Länder müssen deshalb mehr Verantwortung übernehmen.”

  • Traumkaempfer@lemm.ee
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    2 years ago

    Das wird uns noch überall einholen, dass wir die Unternehmen und Reichen nicht entsprechend zu ihrem Beitrag am Klimawandel zur Kasse bitten, sondern alle Folgen auf diejenigen übertragen, die aktuell die kleinste Lobby haben.